Motivation zum Abnehmen

Motivation zum Abnehmen

Motivation zum Abnehmen: Eigentlich sollten wir lieber den Apfel essen als die Schokolade, lieber das Gemüse als die Nudeln. Aber irgendwie fällt uns das meistens nicht so leicht. Wir sagen dann uns würde die Disziplin fehlen. Aber ist das wirklich der Fall?

Bisher sind Wissenschaftler immer davon ausgegangen, dass Willenskraft begrenzt wäre (ego depletion). Das würde bedeuten, dass wir jeden Tag nur eine bestimmte Menge an Willenskraft zur Verfügung hätten, die dann nach jeder Entscheidung schrumpfen würde. Laut dieser Theorie brauchen einige Entscheidungen mehr Willenskraft als andere – manchmal hat man also nachmittags noch genügend Willenkraft um lieber zum Trockenobst zu greifen als zu den Gummibärchen, und manchmal eben nicht mehr.

Wie das in der Wissenschaft so ist, müssen Experimente reproduzierbar sein. In diesem Fall hat sich herausgestellt, dass das aber nicht so einfach ist. Denn viele Experimente, die die Begrenztheit von Willenskraft untersucht haben, haben andere Ergebnisse bekommen.

Es sieht so aus, als ob Willenskraft nicht immer begrenzt sein muss. Es kommt wohl ein bisschen darauf an, was wir glauben und welche Persönlichkeit wir haben. Trotzdem ist es vielleicht nicht immer schlau sich auf seine Disziplin oder Willenskraft verlassen zu müssen – das ist ja schon ein bisschen anstrengend.

Es gibt da nämlich noch einen anderen Weg – nicht nur den der Disziplin bzw Willenskraft. (Eventuell seufzen Sie jetzt erleichtert auf, weil die ganze Sache mit der Disziplin schon ziemlich ermüdend ist. Das kann ich absolut verstehen.)

Wir Menschen bestehen nämlich nicht nur aus der Vernunft, sondern zu einem großen Teil auch aus Emotionen. Das sehen wir nur in unserer heutigen Denkweise nicht so gern, weil wir es oft mit Schwäche assoziieren. Allerdings sind die Motivatoren, die uns antreiben sehr oft emotionaler Natur. Zum Beispiel Angst oder Genuss und Schmerz. Das hängt zu einem großen Teil mit unserer Evolution zusammen: für unsere Vorfahren war es ausschlaggebend Angst zu haben um sich zu verteidigen oder zu fliehen, bestimme Situationen zu meiden (Säbelzahntiger = Schmerz) und andere zu suchen (Nahrung = Genuss). Ganz vereinfacht gesagt: unser Gehirn konnte mit Hilfe von Emotionen unsere Handlungen beeinflussen und damit das Überleben sichern. Und dieser Mechanismus ist bis heute erhalten geblieben.

Und deswegen können wir uns den emotionalen Teil unserer menschlichen Natur zu Nutze machen, wenn wir nach Motivatoren suchen um bestimmte Dinge zu tun, die wir eigentlich gar nicht tun wollen. Zum Beispiel eine Diät zu halten, auf Schokolade und Fastfood zu verzichten und stattdessen Gemüse zu essen. Der erste Schritt ist natürlich zu wissen, wie man am besten abnimmt. Ich finde es da ganz wichtig auf Hunger und Appetit einzugehen und solche Lebensmittel zu essen, die lange satt machen.

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Abnehmen mit Motivation – Einfach mal NEIN sagen!

Schmerz als Motivation

Spinoza und Descartes gingen davon aus, dass wir von zwei Kräften in unserem Leben getrieben werden: Schmerz und Freude. Wir wollen Schmerz vermeiden und Freude bekommen. Wenn wir eine Diät halten, dann integrieren wir einen Schmerz in unser Leben, nämlich Verlust und Verzicht auf Dinge, die wir mögen. Und für alle, die keinen Sport mögen, kommt anstrengende Bewegung und Schwitzen noch dazu. Und zur selben Zeit verzichten wir auf eine Freude in unserem Leben: alle Dinge, die wir gerne essen und die ungesund sind oder Dinge, die wir gerne tun (zB Fernsehen).

Das klingt natürlich im ersten Moment nicht so als wäre Diät halten so eine gute Idee. Aber es gibt da ein Prinzip, das uns helfen könnte und zwar ist das der Fokus!

Worauf fokussieren wir uns, wenn wir vor der Schokolade sitzen? Darauf wie lecker sie schmecken wird und wie gut wir uns nach ihrem Verzehr fühlen werden? Also auf die Freude, die wir durch sie bekommen werden? Oder denken wir vielleicht gar nicht nach und handeln im Autopilot?

Dann werden wir die Schokolade sicherlich essen.

Wir können uns aber auch auf etwas anderes fokussieren, nämlich auf all die Dinge, die uns schmerzen und nerven. Zum Beispiel, dass die Hose spannt, wir ständig den Bauch einziehen müssen, dass wir nicht mehr in unser Lieblingskleid passen und auch nicht mehr so beweglich mit (unseren) Kindern spielen können. Oder wir denken an den Rettungsring um unsere Hüfte und daran wie schnell wir außer Puste kommen. Je emotionaler Dinge Sie finden, desto motivierter sind Sie.

Wenn wir es schaffen uns in solchen „Momenten vor der Schokolade/dem Fastfood“ auf Dinge zu fokussieren, die uns schmerzen, kann uns das enorm helfen die Entscheidungen zu treffen, die wir auch treffen wollen.

Warum will ich abnehmen?

Jetzt kann man natürlich nicht nur Motivatoren suchen, die schmerzhaft sind, sondern auch solche, die ein positives Gefühl auslösen. Dazu können Sie sich die Frage stellen: Warum will ich abnehmen?

Um sich wohler zu fühlen? Zufriedener oder selbstbewusster? Um beweglicher zu sein, sportlicher oder damit Sie nie wieder in die Situation kommen sich für Ihren Körper schämen zu müssen? Um Freunde und Familie umarmen zu können ohne, dass der Bauch im Weg ist?

Diese Gründe sind natürlich sehr persönlich – das müssen sie auch sein, damit sie emotional sind. Und das kann für jeden etwas anderes bedeuten.

Ein Gedankenexperiment kann dabei gut helfen: Stellen Sie sich vor, Sie hätten Ihr Ziel schon erreicht! Wie würden Sie sich fühlen? Welche Gedanken hätten Sie? Welche Situationen wären in Ihrem Leben anders? Was müssten Sie nicht mehr tun und was könnten Sie tun?

Auch hier gilt wieder: je emotionalere Gründe Sie finden, desto leichter wird es Ihnen fallen „gute“ Entscheidungen zu treffen. Desto verpflichteter fühlen Sie sich Ihren Zielen und desto schneller werden Sie sie erreichen.

Emotionale Gründe und Motivatoren helfen uns dabei, dass wir uns nicht mehr nur auf unsere Vernunft verlassen müssen. Sie sind wie ein Motor und wir müssen dabei nicht nur auf unsere Willenskraft zurückgreifen. Am besten ist es natürlich, wenn man sich solche Motivatoren aufschreibt. So bleibt es besser hängen und man kann es sich leichter in Gedächtnis rufen. Schreiben Sie ruhig 7 schmerzhafte und 7 positive Motivatoren auf um sie zur Hand zu haben, wenn Sie mal wieder in einer schwierigen Situation stecken, die eine gesunde Entscheidung erfordert.

Gastbeitrag von Veronika von renutri

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